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Fenriz blickte Eila noch einmal genau an, er witterte dass ihre Stimmung sich veränderte. Sie hatte keine Angst vor ihm. obwohl es mitten in der Nacht war und das Gasthaus verlassen war. Wenn er ein Räuber gewesen wäre, hätte er leichtes Spiel mit diesem zarten Wesen gehabt.
"Ich bin auf Wanderschaft. Ich habe meine Heimat verlassen und streife durchs Land, verweile hier und da ein wenig und schaue, was jeder neue Tag mir an neuen Erfahrungen bringt. Als ich an diesem Gasthaus vorbeikam, spürte ich dass mich hier ein neues Abenteuer erwarten könnte. Daher beschloss ich einzukehren. Die Tür war nicht verschlossen, so trat ich ein."
Gerade wollte er fragen, was sie hier tat, doch da hörte er Schritte und hielt inne. Er legte seine Hand an sein treues Schwert. Jemand war in Rage und lief die Treppe eilig hinunter. Doch er lief einfach an Ihnen vorbei, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Er schien sehr in Eile zu sein, er nahm sich nicht einmal die Zeit, die Tür zu öffnen, sondern trat sie beinahe aus den Angeln.
Wo war Fenriz hier nur hingeraten. Manieren scheinten die Wesen hier jedenfalls nicht zu haben. Fenriz und Eila blickten sich kurz in die Augen und Fenriz vermutete, dass sie das Gleiche wie er dachte.
"Wo waren wir stehengeblieben?" fragte Fenriz, doch wieder hallten Schritte durch den Raum. Das musste die Besitzerin sein. Sie trug eine Lampe in der Hand, die den Raum mit ihrem flackerndem Licht in eine gespenstische Atmosphäre tauchte. Über die Wände sprangen Schatten, die förmlich nach den anwesenden Personen zu greifen schienen. Sie blieb vor dem Tisch stehen und fragte, was wir hier taten, da das Gasthaus doch geschlossen sei.
"Entschuldigung, das wusste ich nicht.", sagte Fenriz etwas kleinlaut, "Die Tür war nicht verschlossen, deswegen vermutete ich dass noch geöffnet sei. Ich suche nichts bestimmtes hier, doch gegen einen Krug Wein hätten wir nichts einzuwenden, wenn es keine Umstände macht. Setz Dich doch zu uns, nun da du eh wach bist. Ich lade Dich gerne ein."
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